England


 

 

Schaurig schöner Aufenthalt in England

 

Schlösser, Burgen, Gutshäuser und Kirchen, derer gibt es in England viele. Und zu kaum einer dieser alten Bauten gibt es keinen Mythos und keine Legende über rastlose Geister zu erzählen, die früher oder sogar immer noch durch die Gemäuer spuk(t)en.

Wenn dicke Regenwolken über die Insel ziehen und Nebelschwaden von der Themse aufsteigen, dann können sich sogar diejenigen, die den Spukgeschichten nichts abgewinnen können vorstellen, warum man sich hier seit Generationen Gespenstergeschichten erzählt. Wie jene der vier Geister von Arundel Castle zum Beispiel, oder der
blauen Dame auf Berry Pomeroy Castle, oder jene über den Spuk in Burton Agnes Hall – zahlreiche Geschichten, die über viele Generationen weitervererbt wurden.

Aber nicht nur über die ländlicheren Gebiete der Insel gibt es jede Menge grusliger Geschichten. Auch eine der Hauptattraktionen, die man als Tourist in London, oder beim
Englisch lernen auf Sprachreisen England
ganz bestimmt besucht, ist ein schaurig schöner Ort: die Rede ist vom Tower of London.

William, der seinen Schwager Harold 1066 vom Thron stieß, machte sich gleich darauf daran ganz England mit Festungen zu sichern. Unter seiner Herrschaft wurde eben auch die eindrucksvolle Steinfestung des
Tower of London errichtet. Dieser sollte von nun an nicht nur als Festung, sondern auch als Gefängnis dienen. 1098 wurde der Tower fertiggestellt und in den Folgejahren um weitere Bauteile erweitert.

Diejenigen, die im Tower inhaftiert waren, fanden dort auch zumeist den Tod. Nach dem Tode von Edward IV. beispielsweise beanspruchte Richard von Gloucester den Thron. Kurzerhand ließ er Edwards Söhne den dreizehnjährigen Edward V. und seinen jüngeren Bruder Richard von Shrewsbury in den Tower bringen, wo die beiden ermordet wurden. Durch das Unrecht, das den Prinzen widerfuhr, konnten diese keine Ruhe finden. Jahrhundertelang stiegen die Geister der Brüder unermüdlich die Wendeltreppen des Towers auf und ab, gingen durch Wände und konnten einfach keine Ruhe finden. Erst 1674 wurden ihre Gebeine gefunden und in der Folge standesgemäß bestattet, wodurch die beiden endlich zur Ruhe kamen.

Viele Adelige mussten im Tower ihr Leben lassen und deren Geister, wie auch jener von
Anne Boleyn (der zweiten Frau Henry des VIII.), sollen immer noch zu gegen sein. Nachdem Anne ihrem Mann König Henry VIII. nicht den Thronfolger schenken konnte, den Henry VIII. sich erhoffte, bezichtigte er sie des Ehebruchs und ließ sie im Tower hinrichten. In der Nähe der Torkapelle wollen vielen den Geist von Anne Bolyn gesehen haben. Auch Schreie und kalte Berührungen schreibt man dem Geist der Unglücklichen zu, die wohl unschuldig im Tower ihr Leben lassen musste.

Und das sind nur einigen von den vielen Geschichten, die sich um historische Orte und Gebäude in England ranken. Sie würden erstaunt sein, an wie vielen Orten Menschen bereits Begegnungen der anderen Art hatten
oder zumindest von solchen erzählt wird…

 

 

 

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