Deutschland/Brandenburg


 

 

Der Südwestkirchhof Stahnsdorf
(englischer Soldatenfriedhof)

 

Der Südwestkirchhof liegt in der Gemeinde Stahnsdorf vor den Toren Berlins im Land Brandenburg. Er ist einer der größten Friedhöfe Europas und liegt mitten im Wald und wurde als Waldfriedhof angelegt. Um die Jahrhundertwende entschloss man sich nämlich, außerhalb von Berlin einen neuen, zentralen Friedhof für Berlin und die angrenzenden Gemeinden anzulegen. Die Berliner Friedhöfe waren alle überfüllt und boten keinen neuen Platz für neue Bestattungen mehr, was auch durch die ständig steigende Einwohnerzahl hervorgerufen wurde. Im Jahre 1909 wurde der Friedhof dann eröffnet und es fand die erste Beisetzung statt.
Viele Persönlichkeiten haben auf diesem Friedhof ihre letzte Ruhestätte gefunden. Um nur ein paar zu nennen: Friedrich Wilhelm Murnau (Stumfilmregisseur u.a. Nosferatu), Siemens, Langenscheidt.
In den Jahren von 1913-1961 fuhr sogar eine Bahn von Berlin aus direkt vor den Friedhof, die in der Bevölkerung nur die "Leichenbahn" genannt wurde. Mit dieser Bahn hatten nämlich nicht nur die Angehörigen die Möglichkeit bequem zum Friedhof zu kommen, denn da wurden auch die Särge zum Friedhof transportiert und abgeladen. Noch heute findet man in dem Wald zwischen Berlin und Stahnsdorf
vereinzelt Schienen- u. Gleisreste.

 

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Außerdem gibt es auf dem Südwestkirchhof auch einen italienischen und einen englischen Soldatenfriedhof. Dort liegen englische bzw. italienische Soldaten begraben, die im 1. Weltkrieg in Berlin und Pommern gefallen oder gestorben sind. Zu der Zeit war es ja leider nicht möglich, die Soldaten in ihre Heimatländer zu überführen und wurden deshalb an Ort und Stelle beigesetzt. Anfang der 20er Jahre hat man sich dann entschlossen, diese Soldaten alle zentral in Stahnsdorf zu bestatten und für die jeweilige Nationalität einen Friedhof anzulegen. Die englischen und italienischen Soldaten wurden dann also aus ganze Berlin und Pommern eingesammelt und aus den dortigen Gräbern exhumiert und nach Stahnsdorf überführt. Der italienische Soldatenfriedhof ist ganz schlicht und einfach und es wurde da nur ein Massengrab gemacht, in dem die Soldaten beigesetzt wurden. Auf dem Massengrab steht ein Mahnmal mit Bronzetafeln,
auf denen die Namen dieser Soldaten eingraviert sind.

 

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Aber der englische Soldatenfriedhof zieht einen umso mehr in seinen Bann. Dort wurden die Soldaten in einzelnen Gräbern beigesetzt, und liegen nebeneinander. Der Friedhof wurde sehr schön gestaltet mit weißen Grabsteinen und gepflegtem Rasen und alles im englischen Stil. Auf jedem Grabstein ist das
Regimentswappen, Alter, Todesjahr und Name des dort beigesetzten vermerkt. Wenn man so über den Friedhof läuft und die Gräber dieser armen Soldaten sieht, gibt einem das schon zu denken. Die waren alle in den 20ern und der jüngste war gerade mal 18.

 

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Es geht aber schon los, so bald man den englischen Friedhof betritt und durch das Tor geht:
Man fühlt sich sofort beobachtet und es macht sich eine merkwürdige Atmosphäre breit. Es ist ein ganz bedrückendes Gefühlt, das man einfach nicht mehr los wird. Das ist aber nur auf dem englischen Friedhof so und schon das lässt einen schaudern. Es ist, als ob irgendwas Unbekanntes und nicht sichtbares sich dort ausbreitet und immer spürbar ist und den ganzen Friedhof überwacht. Immer wenn man an einem Grab steht und sich den Grabstein ansieht, kommt es einem so vor, als ob direkt jemand hinter oder neben einem steht und manchmal hat man sogar das Gefühl, als ob es mehrere sind. Man kann richtig die Anwesenheit spüren und weis, das da noch jemand ist. Unwillkürlich dreht man sich natürlich um, aber man sieht nichts und niemanden. Es ist richtig spürbar, das der ganze Friedhof von etwas bevölkert ist, das man aber nicht sieht und das der Soldat an dessen Grab man gerade ist auch da ist. Manchmal kommt es einem auch so vor, als ob man durch irgendwas hindurchläuft. Dieses Gefühl kann sich bis zur totalen Beklemmung steigern.
Selbst Leute die nicht an das ganze Paranormale und Geister glauben haben diese Erfahrung schon gemacht und wahrgenommen und teilen die Überzeugung, dass das die Geister der englischen Soldaten sind, die nach wie vor noch da sind. Eben für uns nicht sichtbar, aber sie bewachen ihren Friedhof und geben jedem Besucher zu verstehen dass sie ihre Ruhe nicht stören und auf dem Friedhof nichts anstellen oder kaputt machen sollen. Die Botschaft lautet also:
Benehmt euch auf unserem Friedhof.

 

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Man sollte die Würde und Bedeutung dieses englischen Friedhofs achten und respektieren. Diese Soldaten haben für ihr Land ihr junges Leben gelassen und es ist schon schlimm genug, das sie schon so jung so schrecklich sterben mussten. Wenn einem dieses Gefühl des beobachtet werden überkommt und man spürt das noch jemand oder irgendwas da ist, sollte man sich ganz ruhig verhalten. Wenn man es aber nicht mehr aushält und die Beklemmung oder sogar Angst zu stark wird, dann sollte man den Friedhof verlassen. Auch sollte man sich ruhig verhalten und auf gar keinen Fall etwas beschädigen oder sogar randalieren. Dies hätte nicht nur Folgen seitens der Polizei und des Gesetzes, sondern die Strafe aus der anderen Welt würde sehr viel schlimmer und verheerender ausfallen. Die Geister haben nicht nur die Macht, sondern auch die Möglichkeit die Störenfriede zu fassen zu bekommen und sie für ihren Frevel zu bestrafen.

 

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